Politikum Boden: Handlungsoptionen für eine gerechte und gemeinwohlorientierte Landnutzung
Wie kann Boden künftig so genutzt werden, dass ökologische Tragfähigkeit, wirtschaftliche Nutzung und gesellschaftliche Verantwortung gleichermaßen berücksichtigt werden?
Gemeinsame Fachtagung in Tutzing
Mit dieser Frage beschäftigte sich die Fachtagung „Politikum Boden: Handlungsoptionen für eine gerechte und gemeinwohlorientierte Landnutzung“, zu der die Bayerische Akademie Ländlicher Raum gemeinsam mit der Akademie für Politische Bildung nach Tutzing eingeladen hatte.
Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft diskutierten über die Regenerationsfähigkeit von Böden, Flächenverbrauch und Versiegelung, multifunktionale Nutzungskonzepte sowie die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen einer gemeinwohlorientierten Bodenpolitik.
Boden ist weit mehr als eine Produktionsgrundlage.
Dabei wurde deutlich: Boden ist weit mehr als eine Produktionsgrundlage. Er speichert Wasser, bindet Kohlenstoff, beherbergt eine enorme Vielfalt an Bodenorganismen und bildet damit die Grundlage für Ernährungssicherheit, Biodiversität und Klimaschutz. Zugleich steht er durch Flächenverbrauch, Erosion und den Verlust an Bodenfruchtbarkeit zunehmend unter Druck.
Impulse lieferten unter anderem Tanja Busse, Ricarda Pätzold, Christoph Schulte, Andreas Tietz und Isabel Feichtner. Besonders die Perspektive des Bodens als Gemeingut eröffnete neue Blickwinkel auf die Frage, wie Eigentumsrechte und Gemeinwohlinteressen künftig stärker miteinander verbunden werden können.
Die Tagung machte deutlich, dass die Zukunft des Bodens nicht allein eine agrar- oder umweltpolitische Frage ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Gestaltungsaufgabe. Die vielfältigen Diskussionen und Workshops lieferten zahlreiche Impulse für eine nachhaltige und gemeinwohlorientierte Bodenpolitik und knüpften zugleich an Projekte des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum zur nachhaltigen Landnutzung, zur Rolle von transformativen Kräften und zu Strategien für die Kommunen der Zukunft an.
Ein ausführlicher Tagungsbericht erscheint in Kürze auf den Seiten der Akademie für Politische Bildung.

